SWA weist SUISA-Tarif für Musik in Online-Werbekampagnen zurück

By Lysander Gelewski  -  On 04 Jan, 2017 -  0 comments

Der Verband der Schweizer Werbeauftraggeber (SWA) wehrt sich vehement gegen den von SUISA Anfang 2016 eingeführten Tarif für das Recht auf Zugänglichmachen von Musik in Online-Werbekampagnen. Er bezeichnet die geforderten 3.3% vom Online-Medienbudget als «völlig unverständlich, unverhältnismässig und nicht praktikabel!».

Seit Dezember 2013 arbeitet eine Delegation der SMECA im Rahmen einer von SUISA eingesetzten Task Force an einem Lizenzierungsmodell für Musik in Online-Werbekampagnen. Im Gegensatz zur Nutzung von Musik in Fernseh- oder Radio-Werbung, gibt es für den Online-Bereich keinen SUISA-Tarif im eigentlichen Sinn. Online-Nutzungen sind nicht der Bundesaufsicht unterstellt. Der Preis für solche Nutzungen muss also nicht mit den Nutzerverbänden verhandelt und danach von der Eidgenössischen Schiedskommission bewilligt werden. Die SUISA darf die Höhe der Vergütung selbst bestimmen und direkt bei den Nutzern geltend machen.

Gemeinsam mit unserer Verwertungsgesellschaft haben wir uns Ende 2015 auf für die gesamte Schweizer Werbebranche einheitliche Lizenzbedingungen geeinigt. Die SUISA begann danach mit der systematischen Einführung dieses Tarifs… bis die Nutzerverbände, allen voran der SWA, dagegen Einspruch erhoben und Verhandlungen forderten. Obwohl sie nicht dazu verpflichtet wäre, setzte sich unsere Verwertungsgesellschaft an den runden Tisch.

Obwohl während der Verhandlungen ein Konsens zustande kam, dass die Musik in Online-Werbung vergütet werden muss, gingen die Meinungen über die Verantwortlichkeit des Einholens der entsprechenden Lizenzen und vor allem die Tarif-Höhe (3.3% vom Online-Budget) weit auseinander. Schliesslich brach der SWA im Herbst 2016 die Verhandlungen ab. Worauf die SUISA ihrerseits, in Abstimmung mit der SMECA, die Lizenzierung und Fakturierung zu den auf ihrer Homepage publizierten Bedingungen wieder aufnahm.

Der SWA startete danach eine Medien-Kampagne, auf welche die SUISA prompt und, wie wir meinen, gut reagiert hat. Schliesslich verschickte der SWA am 19. Dezember 2016 ein Schreiben an mehrere Medien-Komponisten; wohl in der Hoffnung, dass wir als „Vermittler“ zwischen den Fronten Einfluss nehmen würden.

Auch im SMECA-Vorstand hat das Schreiben des SWA heftige Diskussionen ausgelöst. Angesichts der Tatsache, dass unsere Rechte in unserem Sinne von der SUISA vertreten werden und dass am 31. Januar 2017 direkte Gespräche zwischen SWA und der Geschäftsleitung der SUISA stattfinden, sehen wir jedoch keinen Anlass zu einer Intervention der SMECA. Unseren Mitgliedern empfehlen wir ebenfalls, nicht direkt dem SWA oder den Medien gegenüber Stellung zu nehmen.

Unmittelbar nach der Aussprache zwischen SWA und SUISA treffen wir uns wieder im Rahmen der oben erwähnten Task Force. Wir werden uns weiterhin für eure Interessen in diesem Zusammenhang einsetzen und euch vor allem geschlossen als Einheit vertreten.

Möge der Jahreswechsel die Gemüter auf beiden Seiten etwas beruhigen. In diesem Sinn wünschen wir euch allen ein erfolgreiches und vor allem gut klingendes neues Jahr!

Wer sich ein genaueres Bild machen möchte, findet unter folgenden Links mehr Informationen:

Medien-Mitteilung SWA

Homepage des SWA – Aktuelles

Reaktion SUISA auf das Rundschreiben des SWA

SUISA-Tarif für Online-Werbekampagnen